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Dorf mit Zukunft:?Bilanz für Güntersen

Das Göttinger Tageblatt vom 20.9.2012 berichtet

Projekt soll in Eigenregie weitergehen

Güntersen (bar). Zwei Jahre Projekt „Dorf mit Zukunft“: „Ein bisschen stolz“, so Regina Meyer, haben die Beteiligten nun Bilanz gezogen. Meyer und Benjamin Krasemann von der Mobilen Wohnberatung Südniedersachsen hatten den zweijährigen Prozess moderiert. Ausdrücklich als Zwischenbilanz und nicht als Abschluss wollte Meyer den Bericht verstehen. Denn die moderierte Phase des Projekts läuft zwar nun aus, die Akteure vor Ort wollen jedoch weitermachen.

Im Kern ging es bei dem Projekt darum, das Dorf zu entwickeln und attraktiv zu gestalten. Ziel dieses und ähnlicher Projekte im Landkreis sei es, dass andere Dörfer daraus lernen könnten, sagte Kreis-Dezernentin Christel Wemheuer.

Das Projekt solle dem Hauptproblem im ländlichen Raum, dem demographischen Wandel, entgegenwirken, sagte Hartmut Berndt, Leader-Regionalmanager Göttinger Land. Deswegen sei das Projekt trotz schwieriger Förderbedingungen initiiert worden. Berndt und Wemheuer betonten, ein zentraler Aspekt sei, dass die Menschen im Ort einbezogen würden. Beide nannten Bioenergiedörfer als Vorbild, die die Einwohner zu ihrer eigenen Sache gemacht hätten.

Auch Adelebsens Gemeindebürgermeisterin Dinah Stollwerck-Bauer (CDU) hob hervor, dass es im Projekt die Menschen selbst gewesen seien, die sich Gedanken um den Ort gemacht hätten und eben nicht wie sonst immer der Rat oder der Ortsrat. Dabei seien durchaus auch Dinge kritisch angesprochen worden. Es seien aber auch viele Ideen umgesetzt worden. Es habe sich gezeigt, dass man gemeinsam etwas schaffen könne. „Ein Dorf ist attraktiv, wenn es lebt“, so Stollwerck-Bauer. Für die Gemeinde sei nun wichtig zu schauen, welche Ideen man für andere Flecken-Orte übernehmen könne.

Im Dorf habe es viel Neugier, aber auch viel Skepsis gegenüber dem Projekt gegeben, sagte Ortsbürgermeister Norbert Hasselmann (Grüne). Die Vereine hätten gefürchtet, dass ihnen Kräfte entzogen würden. Doch in erst drei, später zwei Arbeitsgemeinschaften seien wichtige Ergebnisse erzielt worden. Teilweise sei aber eben auch ein langer Atem für Initiativen notwendig.

Hasselmann und Berndt betonten, es gehe bei dem Projekt nicht darum, Einwohner aus anderen Dörfern abzuziehen. Es gehe darum, den demographischen Wandel zu gestalten, Potenziale zu entfalten, Landflucht zu verhindern und die Vorteile der sozialen Struktur auf dem Land zu zeigen.

 

Suppenküche und Adventskalender

Welche konkrete Ergebnisse hat das Projekt „Dorf mit Zukunft“ in Güntersen nach vielen Dorfversammlungen und Arbeitsgruppen-Treffen vorzuweisen? Einige Beispiele haben Annette Sanne, Klaus-Peter Just und Karen Märtens als Ansprechpartner der Arbeitsgruppen vorgestellt. So gebe es, erklärt Märtens, mittlerweile einmal in der Woche einen Suppentag in Güntersen – nicht als Armenspeisung, sondern als gemeinsames Mahl im Kirchenhäuschen. Außerdem seien Begrüßungsflyer für Neubürger und Neugeborene erstellt worden. Die Flyer listen die Angebote im 700-Einwohner Dorf auf, das nicht nur einen Dorfladen und zwei Gasthäuser, sondern auch einige Vereine und Gewerbetreibende aufweisen kann. Man müsse dabei nicht immer das Rad neu erfinden. So habe man auch einen lebendigen Adventskalender auf die Beine gestellt. Dabei seien viele Potenziale im Dorf entdeckt worden.

Sanne verwies auf die blauen Tafeln, die im Verlauf des Projektes im Dorfladen installiert worden. Über sie könnten Informationen im Dorf ausgetauscht werden. Viel sei am Thema öffentlicher Nahverkehr gearbeitet worden, doch hier sei weiter ein langer Atem notwendig. Just verwies darauf, dass Computerkurse angeboten worden seien. Zudem werde an einem Wanderwege-Konzept gearbeitet. Ein wichtiges Projekt sei, den „einzigartigen Dorfladen“ für die Zukunft zu retten, so Ortsbürgermeister Norbert Hasselmann (Grüne).bar

 

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