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NDR Fernsehen: Frühlingsfest in Güntersen ...

Hallo Niedersachsen - 28.02.2015 19:30 Uhr

Frühlingsfest in Güntersen: Bunt statt Braun

Güntersen hat mit einem Frühlingsfest ein Zeichen gegen Rocker und Rechte gesetzt. Das ganze Dorf war auf den Beinen, mit prominenter Unterstützung aus der Politik.

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Fruehlingsfest-in-Guentersen-Bunt-statt-Braun,hallonds25982.html

 


 

Güntersen setzt Zeichen gegen Rocker und Rechte

Gerade einmal 500 Menschen leben im beschaulichen Güntersen bei Göttingen. Doch das kleine Dorf hat bereits große Schlagzeilen gemacht: Denn ausgerechnet in Güntersen haben sich im vergangenen Jahr wiederholt führende Mitglieder der Rockergruppe "Hells Angels" versammelt. Dann hatte die Partei Die Rechte auch noch einen Aufmarsch zum Gedenken an Horst Wessel in Güntersen angekündigt. Dabei hatte der 1930 erschossene SA-Sturmführer Wessel gar keine Beziehung zum Dorf. In Güntersen wollte man sich das nicht mehr gefallen lassen: Ein Frühlingsfest wurde beschlossen, um am Tag des Neonazi-Aufmarsches Widerstand zu leisten. Der Aufmarsch wurde inzwischen abgesagt, die Göttinger "Hells Angels" verboten. Das Fest will Güntersen heute trotzdem feiern - und damit nachdrücklich ein Zeichen setzen gegen Rocker und Rechte.

Zahlreiche Unterstützung aus der Politik

"Egal ob Nazis oder 'Hells Angels', mit dem Fest wollen wir unseren Widerstand zeigen", sagt Organisator Bernd Lehr. Prominente Unterstützung gibt es aus der Politik: Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) hält eine Rede, ebenso die Bundespolitiker Thomas Oppermann (SPD) und Jürgen Trittin (Grüne). Gestern haben darüber hinaus Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sowie die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, ihre Solidarität mit dem Dorf bekundet. "Sie setzen mit Ihrem Frühlingsfest 'bunt statt braun' ein ganz wichtiges Zeichen. Für Ihren Wohnort Güntersen, aber auch für die Demokratie in unserem Land", schreibt Pistorius in einem Grußwort. In dem Schreiben von Käßmann heißt es: "Wenn wir Gemeinschaft herstellen und in gegenseitigen Beziehungen Vertrauen entsteht, ist das eine langfristige Antwort auf die Aggressoren."

Ein politisches Fest

Das Fest beginnt heute gegen 10 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dabei sprechen Vertreter jüdischer, christlicher und muslimischer Gemeinden. Zusätzlich hat das Dorf ein aufwendiges Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Den Auftakt macht das Göttinger Symphonie-Orchester, bis in die Abendstunden sollen noch weitere Bands spielen. Teilfinanziert wird das Fest durch mehr als 50 Sponsoren, sagt Organisator Lehr, der von der Unterstützung überwältigt ist. Lehr betont, dass es sich um ein politisches Fest handelt. Die Dorfbewohner hätten deshalb auch das Göttinger "Bündnis gegen Rechts" und antifaschistische Gruppen eingebunden. Mit einer gemeinsamen, symbolischen Straßenblockade gegen rechts soll der Schulterschluss am Vormittag bekräftigt werden. Zu dem Fest erwarten die Veranstalter mehr als 1.000 Gäste - und eine Medienresonanz, die diesmal durchweg positiv ist.

 

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