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Bündnis gegen rechts

Bündnis gegen rechts

November 2014

Kein Fußbreit den Neonazis und deren Unterstützern – weder in Güntersen noch anderswo!

Für den 28. Februar 2015 ist ein Neonazi-Aufmarsch zum Gedenken an den SA-Verbrecher Horst Wessel im 600-EinwohnerInnen-Dorf Güntersen bei Göttingen angekündigt. Obwohl es in Güntersen keinerlei Bezug zu Horst Wessel gibt, wollen die Neonazis vom Ortseingang zum Dorffriedhof laufen und ausgerechnet vor dem Landgasthof Lindhorst enden, in dem der Rockerclub „Hells Angels„ ihre regelmäßigen, bundesweiten Treffen abgehalten hat. Diese Willkür gipfelt darin, dass auf dem Friedhof neben dem obligatorischen Soldatendenkmal auch ein Mahnmal für die von den Nazis ermordeten sowjetischen Zwangsarbeiter steht.

Die Verantwortung vor der Geschichte der singulären nationalsozialistischen Verbrechen lässt es nicht zu, dass gerade an einem solchen Gedenkort und 70 Jahre nach der Befreiung vom deutschen Faschismus wieder Neonazis durch die Straßen marschieren! Wir werden es nicht zulassen, dass Neonazis unbeantwortet marschieren: weder in Güntersen, noch in Göt-tingen oder sonst irgendwo!

Der Anmelder des Aufmarsches, der Neonazi Mario Messerschmidt, legt seit Jahren ein ag-gressives und narzisstisches Verhalten an den Tag. 2008 schoss dieser in der rechtsoffenen Tabledancebar „Moonlight„ in Göttingen mit einer Pump-Gun auf „Kameraden„ und versuchte hinterher den Laden mit Molotowcocktails abzubrennen. Bei anschließenden Hausdurchsu-chungen wurden bei verschiedenen Neonazis in der Region Massen an scharfen Waffen ge-funden. Messerschmidt wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, die er damit zubrachte mehrere gewaltverherrlichende Drohbriefe an politische GegnerInnen zu schreiben. Schon direkt nach der Haftentlassung tummelte er sich wieder auf Neonaziaufmärschen, ist mittler-weile Beisitzer im Bundesvorstand der Neonazi-Partei „Die Rechte„ und versucht sich nun in Güntersen zu profilieren.

Die Waffenfunde wurden 2009 noch vom damaligen CDU-Innenminister Uwe Schünemann als allgemeine Affinität zu Waffen unter Neonazis verharmlost. Dass Neonazis diese Waffen aber auch einsetzen, ist spätestens mit dem Bekanntwerden des sogenannten NSU 2011 deutlich geworden, auf dessen Listen auch Ziele in Göttingen standen und der keine Stunde entfernt von hier 2006 Halit Yozgat in Kassel ermordet hat. Neonazis und ihre menschenver-achtende Ideologie sind eine konkrete Bedrohung für alle, die sie sich in ihrem rassistischen Wahn zum Feindbild machen.

Der angekündigte Aufmarsch ist daher nicht allein ein Problem in Güntersen: In der ganzen Region Göttingen versuchen sich Neonazis nach Jahren wieder Stück für Stück festzuset-zen. In Katlenburg erwerben Neonazis eine Immobilie, in Northeim existieren seit Jahren etablierte, organisierte Neonazistrukturen und in Göttingen-Geismar wurden Jugendliche, die eine Hakenkreuzfahne entdeckt hatten, anschließend durch die Straßen gejagt. Deshalb un-terstützen wir als Göttinger Bündnis gegen Rechts die Menschen in Güntersen in ihrer Ge-genwehr gegen die Neonazis. Egal wo in der Region Südniedersachsen können und werden wir es nicht zulassen, dass Neonazis wieder Fuß fassen. Dagegen setzen wir alle unseren vielfältigen Widerstand!
Wir rufen alle AntifaschistInnen und Nazi-GegnerInnen dazu auf, im Februar mit uns zusam-men den Aufmarsch der Neonazis zu verhindern und die Menschen in Güntersen nach allen Kräften zu unterstützen!

Göttinger Bündnis gegen Rechts, November 2014

Unterstützerinnen / Unterstützer:
AKM Anatolisches Kulturzentrum Göttingen, Antifaschistische Linke International,
Basisdemokratische Linke Göttingen, Deutsche Liga für Menschenrechte, Die Linke Kreisverband
Göttingen, Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba Regionalgruppe Göttingen (FG BRD-Kuba-Göttin
gen), Groner BürgerInneninitiative Antifaschismus (Grobian), Grüne Jugend Göttingen,

Göttinger Betriebsexpress, Göttinger LINKE Ratsfraktion, Göttinger Piraten Stadtratsfraktion,
IG BAU Ortsverein Göttingen, IG Metalljugend Süd-Niedersachsen-Harz, Integrationsrat Göttingen,
Juso Hochschulgruppe Göttingen, DKP Göttingen, ver.di-Jugend Göttingen, Linksjugend (solid)
Göttingen, MC Kuhle Wampe Göttingen, Naturfreunde Göttingen, Schöner Leben Göttingen,
Stadtverband Bündnis 90/Die Grünen Göttingen, Kreisverband der Bündnis 90/Die Grünen Göttingen,
SDAJ Ortsverein Göttingen, SDS Göttingen, DGB-Jugend Göttingen, SPD Stadtverband Göttingen,
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
(VVN-BdA) Kreisvereinigung Göttingen, WählerInnengemeinschaft Göttinger Linke, Jusos Göttingen,
DGB Kreisverband Göttingen, ver.di Ortsverein Göttingen, Umweltgewerkschaft
"Dorf mit Zukunft" Güntersen, Ortsrat Güntersen, Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen,
Fraktion der Stadt Göttingen Bündnis 90 Die Grünen, Frauen-Notruf e.V. Göttingen, Attac Göttingen,
IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz, DGB-Region Südniedersachsen-Harz,
Jüdische Gemeinde Göttingen, Bürgerbündnis "Bunt statt Braun" im Landkreis Osterode am Harz e.V.
Freie Altenarbeit Göttingen
Einzelpersonen:
Jan von Alversleben (Jugendsekretär ver.di), Marlen & Reinhard Neubauer (Göttingen),
Patrick Humke (Ratsherr Stadt Göttingen, Die Linke Nds.) Siegfried Lieske Dezernent Stadt Göttingen,
Meinhard Ramaswamy (Piraten Göttingen), Erich Wutschke (Göttingen), Lothar Hanisch (DGB),
Jürgen Trittin (MDB Bündnis 90/Die Grünen), Lara Piepkorn (Stadtratsfraktion Göttingen Bündnis
90/Die Grünen), Gerd Nier(Göttingen)

 

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