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Historische Spuren auf dem Backenberg

Auf historischen Spuren auf dem Backenberg
Zu einer Wanderung auf den Spuren des alten Steinbruchs am Backenberg hatte am Wochenende die Ortsheimatpflege Güntersen eingeladen. Ca. 40 Wanderer trafen sich mit der Arbeitsgruppe der Ortsheimatpflege, um mehr über den alten Basaltsteinbruch und die Knochenarbeit der Steinarbeiter zu erfahren.
Von 1927 bis 1972 war der Steinbruch in Betrieb und prägte das ländliche Leben in Güntersen und Umgebung.

 

Die Wanderung führte um den damaligen „neuen Bruch“ herum, an dessen Stelle sich heute ein idyllischer See befindet. Zwischenzeitlich wurde das Betriebsgelände von der Forstgenossenschaft Güntersen renaturiert und aufgeforstet. Dennoch entdecken die Wanderer immer wieder Spuren des Betriebes. Auf der alten Bahntrasse der Steinbruchbahn geht es zum Tunneleingang, der über zahlreich Jahre die einzige Zugangsmöglichkeit war, bevor schwere Maschinen auch breite befestigte Wege schufen.
Viele der Mitwanderer erinnerten sich noch an die Zeit, als die Seilbahn zur Verladestation in Adelebsen tonnenweise Basalt in Loren abtransportierte, der als Strassen- und Eisenbahnbaumaterial diente und in ganz Europa benötigt wurde.

 

Das einzige Gebäude, das heute noch zu sehen ist, ist ein alter Bunker, in dem Sprengstoff lagerte. Eine alte Betontreppe führte die Wanderer in den damaligen Verwaltungsbereich und dem Eßsaal für die Arbeiter. Das riesige Brechergebäude wurde nach Stilllegung des Bruchs ebenfalls abgerissen. Der ehemalige Standort ist von weitem als große waldfreie Fläche auszumachen, doch auch hier erobert eine Birken- und Ahornpflanzung einen Naturraum zurück.

 

Höhepunkt der Wanderung war der Besuch der alten Quelle an der ehemaligen „Schweineweide“. Hermann Loges, der von 1927 bis 1960 im Betrieb als Bruchmeister tätig war, schreibt in seinen Aufzeichnungen von 1988:

“Selbst vom Steinbruch Backenberg war ein Mann damit beschäftigt, mit einem Trageholz und Wassereimer, laufend Trinkwasser für die Steinbrucharbeiter herbeizuschaffen.
Da die Gewinnung an der Südseite des Berges lag, war der Felsarbeiter, den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt. Dazu die Rückstrahlung vom Felsen, bei der Schwere der Arbeit war viel Wasser von Nöten zur Löschung und Durst und zur Kühlung des Pulses!“

 

Zur Erinnerung an diese harten Zeiten wurde auf Initiative der Ortsheimatpflege die Quelle wieder freigelegt und mit einem Basaltfels als Gedenkstein versehen. Gemeinsam stimmten die Teilnehmer der historischen Wanderung über den neuen Namen der Quelle ab, da ein bisheriger Name nicht bekannt war. Ortsbürgermeister Helmut Schwer weihte die „Bergwiesen-Quelle“ feierlich ein. Mit einem Schluck aus der Quelle konnten sich alle von der hervorragenden Trinkwasserqualität überzeugen. Die Gewässergüte wurde vorab gutachterlich geprüft.

 

Abschluss des interessanten Nachmittages war ein gemeinsames Grillen. Vor Ort wurden noch Informationen in Form des Filmes über die Geschichte des Steinbruchs am Backenberges gegeben, den die Arbeitsgruppe der Ortsheimatpflege im letzten Jahr zusammengestellt hat.

 

Göttinger Tageblatt 9.10.2004 

 

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